Alcoholator - Coma

Alcoholator - Coma
Thrash Metal
erschienen am 16.03.2012 bei High Roller Records
dauert 39:05 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Intoxication 101 (Instrumental)
2. Alcoholator
3. Catastrophic Violence
4. Abduction
5. Pounding Metal (EXCITER Cover)
6. The Chamber
7. Liquid Thrash
8. Drink Beer... Or Die Trying
9. Break The Wall
10. Wasted (All The Time)
11. Coma (Instrumental)

Die Bloodchamber meint:

Der Frühling steht mittlerweile nicht mehr vor sondern praktisch schon in der Tür und was bedeutet das? Richtig, die Grillsaison ist eröffnet! Und da Grillen ohne Bier genauso nutz- und sinnlos ist wie ohne Fleisch platzt das Debüt von ALCOHOLATOR gerade zur rechten Zeit angemessen rüpelig in die Feier, um den spaßbremsenden Auberginenröstern und Fassbrauseschlürfern zu zeigen, dass „Dosenbier und ab dafür!“ auch 2012 noch ein zeitgemäßer Schlachtruf ist.

Beeinflusst von diversen Bands, die es mit der Musik ernster nehmen als mit den Texten (von TANKARD bis RAZOR oder S.O.D.), dreschen sich die kanadischen Promillefreunde, eingerahmt von zwei fetzigen Instrumentals, geradlinig und weitgehend schnörkellos durch die 40, nicht komplett alkoholischen Minuten. Ein kurzer Zwischengalopp hier, ein bisschen Schussfahrt da gibt es, immer das Riff verehrend, im Prinzip durchgehend auf die Mappe, mit unverschämter Eingängigkeit und einer Mitsingtauglichkeit, die Ihresgleichen sucht. Da die Soli eher kurz oder zumindest nicht sonderlich kompliziert gehalten sind („Abduction“), wird die Aufgabe des Erhaltens der Knusprigkeit auf Albumlänge eher von klassischen „good old friendly violent fun“ Moshparts wie in „Catastrophic Violence“ übernommen. Der Crossover Thrash Touch, den „Coma“ dadurch erhält, steht der Musik auch gut zu Gesicht und sollte keinesfalls als Verstoß gegen irgendwelche absonderlichen musikalischen Reinheitsgebote gewertet werden.

Ein bisschen belanglos wird es nur kurz in der Mitte beim einfach vorbeilaufenden „The Chamber“ und dem stampfenden EXCITER-Cover „Pounding Metal“, wobei das schon ein bisschen Charme hat, wenn man sich ausmalt, dass ALCOHOLATOR einen eher gemächlichen Titel gecovert haben, weil sie selbst nur schnelle Lieder schreiben können oder wollen. Mehr als nur wett gemacht wird das kleine Zwischentief aber vom folgenden neuen Triumvirat des Alcoholic Thrash, das die verschiedenen Aggregatzustände eines bunten Abends (oder auch Bloodchamber-Teamtreffs) der Reihe nach abhandelt: Zu „Liquid Thrash“ wird losgezogen, zum überragenden „Drink Beer… Or Die Trying“ (Wer das nicht für den besten Liedtitel seit langem hält, der liest aus welchem Grund genau jetzt dieses Review?) wird die erste Palette flüssiges Gold inhaliert und danach ist man „Wasted (All The Time)“…

Ja ja, ALCOHOLATOR machen nichts Neues und nichts Kompliziertes, aber wer kann das schon von sich behaupten und warum sollte man nicht auch einfach mal Spaß haben? Partytauglicheres wird 2012 auf jeden Fall kaum veröffentlicht werden.
-