Runemagick - On Funeral Wings

Runemagick - On Funeral Wings
Death Doom Metal
erschienen in 2004 bei Aftermath Music
dauert 74 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Monolithic death
2. Rise of the 2nd moon
3. On funeral wings
4. Dragon of doom
5. Hyperion
6. Ocean demon
7. Emperor of the underworld
8. Trifid nebula
9. The doomsday scythe
10. Riders of endtime
11. In a darkened tomb
12. Black star abyss
13. Wizard with the magick runes

Die Bloodchamber meint:

''On Funeral Wings'' erschien bereits Anfang 2004 und war das bis dato siebente Album des Schwedendreiers um Nicklas Rudolfsson. Was euch in den fast 74 Minuten erwartet, sei an dieser Stelle zunächst in den Worten der Band wiedergegeben:

''Years of Chaos, Years of Darkness, Monolithic Death – Aeon of Doom...''

Im Gegensatz zu anderen Bands dieses Genres haben sich RUNEMAGICK allerdings weder dem Candlemass'schen Reinheitsgebot, noch dem Trauermarsch der sterbenden Bräute angeschlossen – vielmehr gibt es schleppenden Death mit Parallelen zu Asphyx oder Bolt Thrower, der sich mit der Macht erkaltender Lava aus den Boxen quält, dass es eine wahre Freude ist.
Bei genauerem Hinhören offenbart die vermeintlich homogene Gesteinsmasse dann auch ihre unprätentiöse Schönheit: Während manche Stellen in ihrer Trägheit zu erstarren drohen, brodelt es anderswo noch recht lebendig; ultralangsame Riffs werden immer wieder geschickt aufgelockert (''Emperor...'', ''Riders...''), hier und da gesellt sich ein simples Keyboard hinzu und mit fast schon horrorfilmartigen Leads (''Ocean Demon'', ''Doomsday Scythe'') zeigt die Saitenabteilung wahre athmosphärische Grösse.
Dabei ist die Musik keinesfalls schwierig oder filigran, es ist wohl mehr das Erstaunen ob der Tatsache, dass eine überwiegend langsame und zutiefst trostlose Platte den Hörer über die volle Distanz zu fesseln vermag. Die ineinander übergehenden Songs des Albums erschaffen dabei mit teils wiederkehrenden Themen einen Mahlstrom, der den Hörer umschliesst und nicht mehr loszulassen droht; ein eigenes, abgeschlossenes Universum, in dem man sich einfach nur hilflos mag treiben lassen...
Zu allem Überfluss scheint Mister Rudolfsson das Gefühl dafür gepachtet zu haben, wie lang ein Song sein darf, ohne zu langweilen, wie quälend oft man ein Riff wiederholen kann, ohne eintönig zu werden. Songwriterisch ist das zwar durchaus ein anderes Kaliber als technischer Death Metal, doch in dieser letzten Konsequenz kaum weniger anspruchsvoll.
Seltsamerweise funktioniert ''On Funeral Wings'' trotz allem sowohl nebenbei, als auch beim bewussten Hören: Während ersteres vor allem die fast schon maritime Dynamik der Platte zur Geltung kommen lässt, offenbart letzteres so manch ein Detail, an dem man sich wiederholt aufhalten kann.
Erwähnenswert ist überdies die satte Produktion der Scheibe, die angenehm basslastig ausfällt und neben altschwedischen Gitarren mit einem sehr organischem Drumsound glänzt. Das kehlige Endzeitgeröchel setzt dieser Naturgewalt schliesslich die wohlverdiente Krone auf.

Falls ihr also schon immer mal den Soundtrack zu jenem Moment nach der Schlacht hören wolltet, wenn nicht mehr ruhmreich getötet, sondern nur noch qualvoll verreckt wird – RUNEMAGICK setzen da an, wo Bolt Thrower aufhören...
Sehr starke 8 Punkte und eine dicke Empfehlung für alle, die obige Bands noch 'ne Spur zu schnell finden.

Zwei Sahnestücke der Scheibe – ''Dragon of Doom''(13,4 MB) und ''Ocean Demon''(9,6 MB) – stehen übrigens in der Mediasektion der Homepage www.runemagick.se zum Download bereit.
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