Acid Drinkers - La Parte Du Diable

Acid Drinkers - La Parte Du Diable
Thrash Metal
erschienen am 17.10.2012 bei Mystic Production
dauert 47:46 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Kill the Gringo
2. The Trick
3. Old Sparky
4. On the Beautiful Bloody Danube
5. Dance Semi-Macabre
6. V.O.O.W
7. Bundy's DNA
8. Andrew's Strategy
9. The Payback
10. Broken Real Good
11. Zombie Nation

Die Bloodchamber meint:

ACID DRINKERS, das sind schon ziemlich krasse Typen, möchte man meinen, denn entweder gönnen sich die Jungs schon am morgen nen ordentlichen Schuss Salpetersäure oder aber sie schütten sich das LSD gleich literweise rein. Nur halb so krass ist dabei ihre Musik, dabei aber immer noch anständig rumpelnd. Viel Thrash Metal der etwas moderneren Spielweise, bodenständig und mit erkennbaren Wurzeln aus dem Ruhrpott.

„Kill The Gringo“ ist der Opener und erinnert mich spontan an MALIGNENT TUMOUR. Genauso lustig und selbstironisch kommt die ganze Sache rüber. Schnell wird aber klar, dass ACID DRINKERS ihren Hörern lieber eins mit heftigen Blastbeats überbraten, als sich in Melodien und ständig wiederholende Refrains zu vertiefen. Und was man hier zu hören bekommt, ist richtig wuchtig, oft genug mit Ecken und Kanten versehen und dabei immer mit einem roten Faden versehen, der durch die Songs führt. Der Gesang kommt richtig kräftig rüber und passend dazu spielen die Gitarren entweder bretterharte Riffs oder kurze, prägnante, einprägsame und einfach nur lässige Soloparts. Mein Kollege Stefan Hofmann hat zwar im 2009er Album „Verses of Steel“ noch diesen neumodernen Klang kritisiert, bzw. nicht seinem Geschmack entsprechend eingestuft, doch bei mir zündet die Produktion im neuen Gewand umso mehr. Transparent, klar und, wie bereits erwähnt, stets mit der nötigen Tiefe und Härte, um dem Hörer mal gehörig eins auf die Nuss zu geben. Auch das Songwriting hab ich schon kurz erwähnt, doch das sollte man nochmal hervorheben. Denn immerhin ist es das häufigste Fettnäppchen einer jeden Thrash Metal Band, dass sie sich eben in ihrem eigenen Stil verlieren und einfach nur zehn weitere Variationen von einem einzigen guten Song auf die CD knallen. So kam es mir anfangs auch bei den trinkfreudigen Polen vor, doch schon beim zweiten Durchgang wurden mir die Ohren ein wenig geöffnet. Was sich erst noch wiederholend und variantenarm anhörte, entwickelte sich immer mehr zu einem ereignissreichen Hörerlebnis mit vielen Ideen, die für genügend Kurzweil sorgen. Es könnte zwar noch etwas mehr Abwechslung geben, doch ich finde, mit ihrer Leistung auf „La Parte Du Diable“ schrammen sie knapp am erwähnten Fettnäpfchen vorbei und liefern eine anspruchsvolle und mehr als hörenswerte Scheibe.

Ein Werk, das sich sehen lassen kann. Mit leichten Abzügen in der B-Note für das Songwriting, dafür mit hervorragenden Noten plus Telemark in allen restlichen Bereichen. Vielleicht sollten sich die Jungs ja wirklich mal etwas mehr Acid gönnen, das richtige versteht sich, dann kommen die Ideen wie von selber.
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