The Machete - Regression

The Machete - Regression
Melodic Death Thrash Metal
erschienen am 29.08.2005 bei Spinefarm Records
dauert 42:24 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. True Nature
2. Lost for Words
3. New Me
4. Turned to Dust
5. Total Desecration
6. The Taint
7. Fool for Respect
8. Inward Spiral
9. Blind
10. Mouth Head
11. Bitter End

Die Bloodchamber meint:

Nanu? Haben ENTOMBED etwa schon wieder was Neues herausgebracht? Was, die sind aus Finnland und heißen THE MACHETE? Komisch, ich hätte schwören können...
Tatsächlich klingen die ersten drei Tracks durchaus so, als hätte man die ersten und letzten Releases der schwedischen Death-Rocker in einen Topf geworfen. Dreckige Gitarren rotzen mal todesmetallisch, mal eher punkig-flott aus den Boxen, der Sänger growlt sich einerseits einen ab, lässt andererseits aber auch den vorlauten Rocker raushängen und krakeelt leicht angepisst ins Mikro, was wiederum ganz der derzeitigen Stimmlage des ENTOMBED-Fronters entspricht.
Dann plötzlich überrascht Song Numero vier „Turned To Dust“ mit einem schon fast clean gesungenen Chorus, böllert vor allem hintenraus aber noch mal so richtig, so dass diverse Thrash-Erinnerungen wach werden. Fast nahtlos geht’s weiter mit „Total Desecration“, der von Beginn an nach vorn prescht und mit einem brutalem Mitgröhl-Refrain daherkommt. Auch „The Taint“ und auch „Fool For Respect“ beginnen zunächst recht thrashig, zeigen aber im Refrain die typisch finnischen, melancholisch angehauchten Melodiebögen, von cleanem Gesang dargeboten.
Mit „Inward Spiral“, „Blind“ und „Mouth Head“ sind die Jungs vom Gitarrensound her dann weitaus melodischer unterwegs, in den Gesang mischen sich aber auch hier immer mal noch diverse Grunzer zum cleanen Refrain. Aber insgesamt deutet hier nicht mehr allzu viel auf die ursprünglichen Death Metal Einflüsse hin. Das abschließende, schwermütige „Bitter End“ hätte letztendlich durchaus auch auf einer Crowbar-CD enthalten sein können und hat rein gar nichts mehr mit dem Opener zu tun.
Im Endeffekt würde jemand, der den ersten und letzten Track dieser Scheibe zu Gehör bekommen würde, niemals auf ein und denselben Ursprung tippen. THE MACHETE lassen den Hörer dieselbe Entwicklung mitmachen, wie sie sie als Band wohl ebenso durchlaufen haben. Das ist einerseits angenehm erfrischend, stellt andererseits aber auch höhere Anforderungen an den Hörer. Dennoch handelt „Regression“ ganz konträr zu seinem Titel und wird mit der Zeit immer besser. Die anfängliche Verwirrung aufgrund des musikalischen Entwicklungsstranges weicht schnell einer Begeisterung für die kompositorische Frechheit der Finnen, die so gerne Schweden wären. Wer auf melodischen Death mit Thrash-Anleihen steht, vor clean gesungenen Refrains nicht zurückschreckt und sich auch gern mal überraschen lässt, der sollte ruhig mal nach dem quietschgelben Cover Ausschau halten.
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