Osiah - Terror Firma

Osiah - Terror Firma
Death Metal / Metalcore
erschienen am 24.06.2016 als Eigenproduktion
dauert 42:48 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Hellbound
2. Dethronement Of Gods
3. Brokden
4. Street Justice
5. L4d
6. The Harvesting
7. Humanimals
8. Plague World
9. Planetary Infection
10. Conceived Through Ignorance
11. Subterranean Refuge
12. H.V

Die Bloodchamber meint:

Wenn man – wie auch ich – so ganz ohne Melodien nicht zurechtkommt, kann man mit einer Band wie OSIAH nur schwer warm werden. Denn diese fünf Briten haben sich nicht einfach irgendeiner Mischung aus rasendem Death Metal und tonnenschwerem Metalcore-Groove verschrieben, sondern legen Wert darauf, in die Schublade „Brutal Deathcore“ einsortiert zu werden. Klar, von den ganzen Pop- und Poser-Bands in diesem Genre muss man sich ja abheben...

Aber OSIAH machen wirklich ernst und nehmen den Hörer mit ihrem Debüt „Terror Firma“ 42 Minuten lang in die brutale Deathcore-Zange. Schon das Intro „Hellbound“ macht unmissverständlich klar, dass diese Band keine Gefangenen nimmt. Kurz nur wird Atmosphäre aufgebaut, dann schlägt auch schon der erste Breakdown mit aller Macht zu und die Pig Squeals weisen den weiteren Weg. Dieser führt geradewegs in die Abgründe von “Dethronement Of Gods“, der ersten von insgesamt acht Gewaltorgien, wenn man von Intro, Interludes und Outro mal absieht. Wie in den anderen zumeist rund fünf Minuten langen Tracks wird schon im Opener zwar fast die gesamte Genre-Klaviatur geboten, doch auch das eine oder andere technisch feine Riff kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei OSIAH tatsächlich eher Aggressivität und größtmögliche Brutalität denn die Songs an sich im Vordergrund stehen. So werden dem Hörer wahlweise von hämmerndem Blastbeat oder stark getriggert klingender Doublebass die Ohren blutig getrommelt, nur um ihn im nächsten Augenblick mit einem massiven Breakdown zu malträtieren. Die Gitarren sind dabei natürlich stilecht so tief gestimmt wie nur irgend möglich und auch der Bass wummert, bis der Arzt kommt. Sollte dieser mal nicht in Hörweite zu sein, versucht Fronter Ricky Lee Roper zumindest alles aus seiner Kehle herauszuholen, um den Doktor herbeizugrunzen und –squealen. Ist der Doc aber nicht vom Fach, flickt er den hörgeschädigten Patienten womöglich ebenso notdürftig zusammen wie OSIAH ihre Songs, macht die Aneinanderreihung von mal mehr, mal weniger geilen Riffs eben leider noch keine guten Songs.

Zugegeben, die „Terror Firma“ ist wirklich finster und der Band gelingt es zweifellos, unwahrscheinlich brutal zu Werke zu gehen. Wem ähnlich rücksichtlose Rüpel wie ANNOTATIONS OF AN AUTOPSY oder auch OCEANO auf Dauer nicht zu ermüdend werden, der sollte auch OSIAH mal sein Ohr leihen. Ich persönlich greife jedoch lieber zu den zumindest teilweise auf Melodien sowie erkennbares Songwriting setzenden Genregrößen wie SUICIDE SILENCE, WHITECHAPEL & Co...
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