Must Missa - The Target Of Hate

Must Missa - The Target Of Hate
Black Thrash Metal
erschienen in 2005 bei Nailboard Records
dauert 31:18 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Madness Reigns
2. The Scapegoat
3. You Filthy Pig
4. Holy Disease
5. Human Target
6. Pure Fuckin' Hate
7. Overload Maniac
8. Our Future Is Back

Die Bloodchamber meint:

Must Missa? Hab' ich beiläufig schon mal irgendwo gehört. Meine Nachforschungen ergaben dann, dass sich diese Band aus Estland im Jahr 1996 gegründet haben und bereits das dritte Full-Length Album auf den Markt gebracht haben. Allerdings ist "The Target Of Hate" das erste, welches durch ein Label veröffentlicht wurde und auch bisher das einzige, bei dem auf die estnische Sprache verzichtet wurde. Das kann allerdings daran liegen, dass 2003 der Sänger die Band verlassen hat und seit dem Bassist Viking die Vocals übernommen hat. Vor diesem Wechsel wurde nur in Estnisch gesungen.
Hat der Name "Must Missa" eigentlich eine Bedeutung? Keine Ahnung! Sollte es mir einer sagen können, dann möge er sich bei mir melden.
Wenn ich mir die drei Esten nun mal genauer ansehe, dann werden hier auch schon rein optisch alle gängigen Klischees des Thrash-Metalls bedient. Soll heißen: Patronengurte, die für die halbe Bundeswehr reichen dürften und Killernieten vom Handgelenk bis hoch zur Schulter. Wäre mir persönlich etwas zu unbequem, aber bitte, wenn's denn schön macht! Musikalisch liegt das Trio auf einer ähnlichen Wellenlänge mit Bands wie, zum Ballspiel, die frühen Destruction. Sind vielleicht auch irgendwo Anklänge an Venom zu finden? Der Old-School Thrash-Anteil überwiegt auf jeden Fall deutlich. Der Bereich Black-Metal findet nur ansatzweise statt. Aber das ist in diesem Fall alles andere als schlimm. "Must Missa" legen ein ausgereiftes Old-School-Werk vor. Das Können im Bereich des Songwritings hält sich zwar in etwas engen Grenzen, aber ist das bei dieser Art Musik überhaupt wirklich nötig den J.S.Bach raushängen zu lassen? Ich denke nicht. Das Einzige, das hier zählt, ist der Funfaktor. Und der ist bei "The Target Of Hate" nicht zu kurz gekommen.
Nach dem, doch recht öden, Opener "Madness Reigns" gibt es gleich beim zweiten Song "The Scapegoat" das Stoppschild gezeigt. Langweilig! Schade! Denn was, danach kommt ist Thrash vom Feinsten. Hier wird gedroschen, die Drums fliegen tief und Saiten schwingen unaufhörlich. Anspieltipps für diese CD: "You Filthy Pig" und "Pure Fuckin' Hate". Diese beiden Tracks zeigen am besten auf wozu die Mannen von "Must Missa" fähig sind.
Da "The Targets Of Hate" bei einem kleinem Label erschienen ist, sollte man keine sonderlich großen Ansprüche an die Produktion stellen. Diese ist zwar ganz ordentlich ausgefallen, aber eben kein Glanzstück. Der Sound wirkt altbacken, so als ob kein digitales Equipment da war, und man auf die gute alte 16Spur Bandmaschine zurückgreifen musste.
Trotz der Mängel beim Sound und des etwas lahmen Einstiegs in die CD, macht "The Target Of Hate" einfach Spass. Old-School-Thrash von Fans für Fans. Wer schon immer auf die guten alten Zeiten des German-Thrashs stand, der sollte mindestens ein Ohr riskieren. Alle anderen sind eh nur Miesepeter und sollen ruhig sein!
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