Various Artists - Metal Ostentation IV

Various Artists - Metal Ostentation IV
erschienen in 2004 bei Enclave Productions
dauert 74:59 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Swedish Massacre - Eyes Of Reflection
2. Incendium - Crush
3. Stolen Pleasure - Underdog
4. By Pale Light - Funeral
5. Devoured - Orgasm In Blood
6. The Pharaos - Elvis Presley
7. Anachronaeon - Ages Ago
8. Between The Frost - Erotic Inanna
9. Dumah - Son Of Steel
10. Urban Fight - Lu, Il Viandante
11. Thryovent - No Man's Land
12. Memorain - Digital Crimes
13. Dragonlance - Holy Blood
14. Ancestral Legacy - When Sense Dies
15. Hinthruna - Beholder 1984
16. Methedras - L.R.S.
17. Todtgelichter - Asenschlacht
18. B-Low - Two Towers Down

Die Bloodchamber meint:

Dieser garstige Sampler vom portugiesischem Label Enclave Productions ist mittlerweile schon ein kleines Stück Bloodchamber Geschichte. Ursprünglich schimmelte das Teil mal beim (ex-)Kollegen Dreßel rum und wurde nach dessen Abschied vom (ex-)Kollegen Jegust übernommen, der wiederum mir als letzte Amtshandlung diese CD angedreht hat. Scheint fast so, als wäre „Metal Ostentation IV“ mit einem Fluch belegt, der die Schreiberlinge reihenweise dahinrafft. Wenn ich also hier bald meinen Ausstieg verkünde, dann wisst ihr ja, warum...

Da diese VÖ mittlerweile schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, werde ich jetzt – entgegen meiner Art – einfach die Stücke (mit Punkten) kurz herunterrattern. Angemerkt sein noch, dass keine der beteiligten Bands damals einen Plattenvertrag hatte und sowohl Herkunftsländer als auch Stilrichtungen wild durcheinander gewirbelt sind, d.h. der Sampler kein bestimmtes Thema (z.B. „die besten NSBM Bands aus San Marino“ o.ä.) verfolgt.

SWEDISH MASSACRE – „Eyes Of Reflection“
Rüder Old School Thrash mit gewöhnungsbedürftigen Brüll Vocals. Ganz nett. (6)

INCENDIUM – „Crush”
Ziemlich belangloser, modern abgehauchter Melodic Death Metal inklusive nervendem, jammerndem Sänger. (3)

STOLEN PLEASURE - „Underdog”
Altbackener Death Metal, schwach produziert und obendrein ziemlich rumpelig. (3)

BY PALE LIGHT – „Funeral”
Groovig und düster, soweit nicht schlecht.. Der cleane Gesang und die ständigen Breaks machen den ohnehin zu langen Song aber irgendwie kaputt. (5)

DEVOURED – „Orgasm In Blood”
Grindcore, Baby! Ein bisschen Death Metal und ne billige Kellerproduktion gibt’s noch kostenlos dazu. Das muss man schon wirklich sehr mögen, um nicht sofort die Skip Taste zu drücken. (2)

THE PHARAOS – „Elvis Presley”
MOTÖRHEADesker Arschtritt Rock’n’Roll. Wenig originell, aber recht unterhaltsam. (6)

ANACHRONAEON – „Ages Ago”
Die Band mit dem unaussprechlichem Namen bietet technisch guten, melodischen Death Metal. Trotz schwachem Sound ein echter Lichtblick. (7)

BETWEEN THE FROST – „Erotic Inanna”
Pfeilschneller Death/Black Metal aus Spanien. Funktioniert erstaunlich gut, da die Truppe auch das entscheidende Quäntchen Melodie im Gepäck hat. (7)

DUMAH – „Son Of Steel”
Direkt die nächste Schwarzmetall Abfahrt, diesmal mit klassischen Heavy Metal Zutaten vermengt. Saugt ganz schön, zumal die Vocals den Charme einer angeschossenen Nebelkrähe versprühen. (3)

URBAN FIGHT – „Lu, Il Viandante”
Die Italiener singen in ihrer Landessprache, das hat was. Der melodische Metal trotzt gekonnt den üblichen Klischees und überrascht durch viele kleine Details. Hut ab. (7)

THYROVENT – „No Man’s Land”
Düsterer Mix aus Heavy Metal und Death Vocals. Vor allem aufgrund der mächtigen Chöre nicht uninteressant, aber auch sperrig und ganz schön anstrengend. (6,5)

MEMORAIN – „Digital Crimes”
Oh, da hat aber jemand schon mal MEGADETH gehört. Gut geklaut ist ja bekanntlich halb gewonnen, so auch bei dieser griechischen Zusammenrottung. (7,5)

DRAGONLANCE – „Holy Blood”
Dieses japanische Trio müsste eigentlich DRAGONLANCE OF FIRE heißen. Billige Keyboards, schwuler No-balls-attached-Sänger, lächerliche Texte. Einfach nur furchtbar. (1)

ANCESTRAL LEGACY – „When Sense Dies”
So ein beschissener Gitarrensound, das muss echter Black Metal sein! Stimmt aber nur halb, ein guter Schuss Gothic (inklusive weiblichen clean Vocals) ist ebenfalls mit drin. Trotzdem nur schwer zu ertragen. (3)

HINTHRUNA – „Beholder 1984”
Fünf böse Pandafressen starren mich hasserfüllt vom Bandfoto an, die müssen trve sein. Leider kommen sie aus Italien, und da wird bekanntlich (fast) nur billiger Schotter produziert. So auch hier. (2)

METHEDRAS – „L.R.S.”
Typischer Spaghetti Thrash mit Death Elementen, wenig originell und extrem roots-treu, dafür aber wenigstens halbwegs vernünftig eingespielt. (5,5)

TODTGELICHTER – „Asenschlacht”
Rasender Old School Black Metal. Ich find’s absolut end-beschissen, in der Szene könnte das Gepolter aber durchaus auf dankbare Ohren stoßen. (-)

B-LOW – „Two Towers Down”
Noisecore. Doom Riffs. Gurgelgrugelkotz Vocals. Nicht mein Ding. Aber der Songtitel hat Stil. (4)


Fazit: wie immer bei nem Underground Sampler viel Schatten und ab und an ein paar Lichtstrahlen. Aufgrund des Alters ist das Teil allerdings in etwa so essentiell wie ne Bravo Hits CD aus dem Jahre 2001. Wer weiß schon, wie viele der beteiligten Bands heute überhaupt noch existieren? Aber falls ihr doch mal auf irgendeinem Flohmarkt an der Algarve über „Metal Ostentation IV“ stolpern solltet, können bedenkenlos ein paar Cents den Besitzer wechseln.
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