Vain - On The Line

Vain - On The Line
Rock
erschienen am 17.02.2006 bei Locomotive Music
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Running on empty
2. So free now
3. Drag me
4. Last sin
5. On the line
6. Turn to sand
7. Lie for love
8. Cover me (one more time)
9. Slave
10. Keep shining on

Die Bloodchamber meint:

Vielleicht bin ich nicht der Sleazy Rocker vor dem Herrn, aber das für ein gutes Album mehr von Nöten ist, als stumpfes Gitarrengefrickel, hohes Singsang mit fröhlich eingestreuten „Uh Huh Uh“-Rufen und eingängige Melodien, sollte selbst dem festgefahrensten Todesbleiliebhaber klar sein. Die szeneweit nicht unbekannte Rockband VAIN mit Sänger Davy Vain an der Spitze ist bereits seit den 80ern im Geschäft, hat aber in ihrer Karriere nie den Erfolg ihres Debütalbums „No Respect“ bestätigen können. Und auch mit dem 2006er Output „On the Line“ sieht es nicht viel besser aus.

Würde mich jemand fragen, wie die neue Cd von VAIN so ist, würde mir wahrscheinlich nicht mehr einfallen als „Ach ja, es geht so!“. Die Titel sind ganz nett, mal fröhlicher, mal trauriger, meist recht leicht zugänglich und für zwischendurch ganz okay. Im Großen und Ganzen fällt der Durchlauf des kompletten Albums allerdings etwas schwer. Aushängeschild der Band ist sicherlich Davy Vain, denn auf „On the Line“ steht der herausragend produzierte Gesang ganz stark im Vordergrund. Wer sich mit seiner Stimme nicht identifizieren kann, wird dementsprechend seine Probleme mit dem Teil haben. Mir persönlich fällt es sehr schwer, dem säuselnden, recht nasalen und flehenden Gesang länger als zehn Minuten Beachtung zu schenken. Was bei den ersten beiden Titeln noch durch nette Refrains und eingängiges Songwriting überspielt wird, setzt sich spätestens bei „Drag Me“ und „Last Sin“ durch. Hier wandert der Finger schon mal ganz schnell zur Skiptaste, denn die beiden Songs sind so schwermütig und langweilig wie das Balzritual eines südamerikanischen Wald- und Wiesentapirs. Viel besser wird es danach leider auch nicht. Mit „Turn to Sand“ klimpert eine der grausamsten Balladen aller Zeiten durch die Boxen. Auch der Rest des Albums verstreut so viel Glam wie eine vollgeschissene Unterhose.

Instrumentales Können kann man der Band nicht absprechen und der Gesang ist nun mal nicht jedermanns Sache. Über die Eintönigkeit und Unausgewogenheit im Songwriting kann man allerdings nicht hinwegsehen. „On the Line“ ist für ein paar Minuten ganz angenehm und macht auch im Autoradio keine schlechte Figur, für mehr reicht es aber bei Weitem nicht. Das Album ist somit nur was für traditionelle Sackhaarpuristen mit Hang zum Sleaze Rock, die ihre Haare gern vorne kurz und hinten lang tragen oder an der Stimme des Fronters gefallen finden, was in der Metalszene kaum jemand sein wird und in der Rocklandschaft wohl auch auf viele taube Ohren stoßen wird. 4 Punkte.
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