Orakle - Uni Aux Cimes

Orakle - Uni Aux Cimes
Progressive Black Metal
erschienen am 06.12.2005 bei Melancholia Records
dauert 53:14 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Emergence (Intro)
2. L'instant du dessus
3. Le Distant
4. Gnose
5. Uni aux cimes
6. Instables
7. Le seuil ardent
8. Abyssale
9. Oui (Outro)

Die Bloodchamber meint:

Wenn es eine Band schon mehr als zehn Jahre gibt, dann sollte man davon ausgehen können, dass diese schon auf die eine oder andere Veröffentlichung zurückblicken kann. Aber außer zwei Demos und zwei EPs war da noch nicht viel. So haben es Orakle nun Ende 2005 also endlich geschafft ihren erste Longplayer in trockene Tücher zu bringen. Und das was mich auf ''Uni Aux Cimes'' nun erwartet, muss phänomenal sein, wenn man dem Promoschreiben glauben kann (''Solch ein hohes musikalisches und künstlerisches Level wurde bisher von keiner französischen Band erreicht''). Allein schon für diese Anmaßung, sollte man provisorisch schonmal einen Punkt abziehen. Zusätzlich werden Parallelen zu Bands wie Emperor, Arcturus und Opeth gezogen. Entweder verfügen die Franzosen über ein enormes Selbstbewusstsein oder sie sind schlicht und ergreifend größenwahnsinnig!
Also, auf in die Schlacht. Und wie schon zu befürchten war, trifft hier kaum etwas von den Vorhersagen ein! ''Uni Aux Cimes'' wartet mit einem erschreckend dünnen Sound auf, der zu allem Überfluss auch noch so abgemischt wurde, dass allein die Gitarren im Vordergrund stehen und der Rest der Band irgendwo im Hintergrund ihre durchschnittliche Arbeit verrichtet. Dieser Gesamtsound passt nun wieder gar nicht zu dem musikalischen Stil der Band. Auch wenn es sich hier um Black Metal handelt, wo der Sound häufig nur eine untergeordnete Rolle spielt, fehlt hier die Dichte, die nötig wird, wenn das Wort 'Progressive' mit ins Spiel kommt. Progressive bedeutet nun wiederum, dass man sich auf lange Songs mit teilweise extremen Saitengefrickel einstellen muss. Dieses ist dann aber durch das Gesamtgefüge nicht sonderlich einfach. Es ist also egal in welche Richtung man fährt, letztendlich kommt man immer wieder am gleichen Punkt an.
Orakle haben es schlicht geschafft den Mund zu voll zu nehmen. Von Emperor ist nur beiläufig etwas zu merken, der Einfluss von Opeth ist da, aber nicht zwingend und von dem höchsten Niveau aller französischen Bands zu sprechen ist eine bodenlose Frechheit. Zwar sind einige interessante Strukturen innerhalb der Musik spürbar, nur wurden die nie vernünftig ausgearbeitet.
Fazit: ''Uni Aux Cimes'' ist eine CD, die vor Selbstüberschätzung nur so strotzt.
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