Degree Absolute - Degree Absolute

Degree Absolute - Degree Absolute
Progressive Metal
erschienen am 03.03.2006 bei Sensory Records
dauert 57:16 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Exist
2. Laughing Alone
3. Questions
4. Confession
5. Distance
6. HalfManHalfBiscuit
7. Pi
8. Ask Nothing Of Me
9. Ergo Sum

Die Bloodchamber meint:

Man hat sich lange Zeit gelassen mit der Veröffentlichung des Debüt Albums. Immerhin wurden Degree Absolut schon 1999 vom Stapel gelassen und habe bislang nur zwei Demos an den Start gebracht. Da sollte man meinen, dass sich die lange Reifezeit gut auf die Entstehung der Songs auswirkt. Dem ist, um es schonmal vorweg zu nehmen, nicht ganz so. Degree Absolut entpuppen sich im laufe der Hörphase als ''Dream Theater für Anfänger''. Das meine ich jetzt noch nicht einmal despektierlich, denn der große Unterschied zu den musikalisch nicht zu verleugnenden Vorbildern ist, dass die Songstrukturen nicht über die enorme Komplexität verfügen und so den Zugang klarer gestalten.
Als flotter Einstieg präsentiert sich der Opener ''Exist''. Dieser schafft es locker verschiedene Elemente der Metal-Szene zu vermischen. So wird hier Thrash mit Doom gemischt, ein wenig Ambient beigemengt und mit einer gehörigen Portion Progressivität aufgeblasen. Das dieses Seifenblase in den fast 8 Minuten nicht platzt, grenzt schon an ein akustisches Wunder. Danach gibt es allerdings nicht viel Neues zu vermelden. Ordentliche, aber leider auch nicht wirklich herausragende Songs beherrschen den Ablauf. Schöne Musik, die man auch mal gut so nebenbei hören kann.
Das der Hörer eines Prog-Albums vor allerlei Gefrickel nicht verschont bleibt, das dürfte jedem klar sein. Bis zur Halbzeit der CD geht das auch noch, aber allerspätestens ab dem Song ''Pi'' nimmt das Saitengequäle überhand. Es folgen Passagen, die eine Selbstverliebtheit des Gitarristen sondergleichen vermuten lassen. Ohnehin ist hier anzumerken, dass Gitarrist und Sänger 'Aaron Bell' das Heft in der Hand hat. Die Komposition übernimmt er allein, was die beiden Mitstreiter an Bass und Drums ein wenig zu Komparsen degradiert, wenn man bedenkt, dass die Gitarrenlinien dominierend sind.
Abgemischt wurde ''Degree Absolut'' von 'Neil Kernon', der sich auch schon für Alben von Queensryche, Nevermore oder Cannibal Corpse verantwortlich gezeigt hat. Und in dieser Tradition verfährt er auch mit dem Klang dieser Aufnahme. Erstklassig abgemischt, mit genügend Druck nach unten ohne dabei die Spitzen zu vernachlässigen.
Wie schon gesagt: Degree Absolut machen es Neulingen leicht den Einstieg in die Welt des Prog-Metal zu finden. Selten findet man hier die komplexen, teils schon überladenen Strukturen der Firma Dream Theater. Der Hörer wird in das Spiel mit einbezogen und kann diesem leicht folgen. Allerdings stellt sich hier irgendwann die Frage, was das Ganze eigentlich soll!? Denn genau die leichteren Strukturen machen ''Degree Absolut'' zu einer CD von der man das Gefühl hat als ob diese vor Ablauf der Backzeit den Ofen verlassen hätte. Freunde von Fates Warning oder Dream Theater dürfen aber gerne mal ein Stück vom Prog-Kuchen probieren.
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