King Diamond - Conspiracy

King Diamond - Conspiracy
Heavy Metal
erschienen in 1989 bei Roadrunner Records
dauert 46:58 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. At The Graves
2. Sleepless Nights
3. Lies
4. A Visit From The Dead
5. The Wedding Dream
6. Amon Belongs To Them
7. Something Weird
8. Victimized
9. Let It Be Done
10. Cremation
11. At The Graves (Alternate Mix)
12. Cremation (Live Show Mix)

Die Bloodchamber meint:

'KING DIAMOND quiekt wie eine angestochene Sau' ist das erste, das einem einfallen könnte angesichts seines Gesangs. Und das ist auch sein Trademark. Neben seinen ausgefeilten Gruselstories. Diese könnten glatt als Shortcuts selbst geschriebener Romane gelten, bestechen aber auch durch unfreiiwillige Komik. Zumindest wegen ihrer etwas gestelzten Tragik. Der geistreiche Satanist verfügt über viele Talente, aber niemand reicht ihm das Wasser, wenn es um seinen Stil geht.
Auf "Conspiracy" setzt der King die makabere Suite von "Them" fulminant fort. Er bringt sie auch standesgemäß zum Abschluss, setzte auf der "Conspiracy"-Tour 1989 sein Ende auf der Bühne um. Im brennenden Sarg während des Instrumentals "Cremation". Das Album entstand fast im Alleingang von King Diamond und seinem Kompagnon Andy LaRocque. Und das machte sich bezahlt.

Konzept ist das Stichwort. Bei dem Ende von "Them" (1988) kam der erwachsene King wieder in das Haus seiner Oma zurück, das sich schlussendlich als das Haus von Amon entpuppte. Zwei Fragen beschäftigen ihn; wie war seine geliebte Schwester Missy umgekommen, was hatte Mutti mit dem Therapeuten zu tun gehabt. Um das heraus zufinden, macht er mit "Denen" ("Them") einen Deal um seine Schwester sehen zu können und mit ihr darüber zu sprechen. Jedenfalls klappt das mit der Absprache und Missy kehrt als Gespenst zurück, wo King denkt er träumt darob. Falsches Erwachen und so. Und sie erzählt ihm die Hintergründe, bzw. sie werden ihm durch einen Traum bewusst gemacht und vermittelt. Doch was kommt danach ... ?

Musikalisch bietet der Stoff erste Qualität. Allererste sogar. Allein der Sound ist saftiger und kraftvoller durch die bessere Produktion, der Gesang variiert wieder stärker und das Songwriting ist absolute Spitze. Allein die "Hits" "Sleepless Nights", "Lies" und "Amon Belongs To 'Them'" haben dafür die besten Voraussetzungen, aber die Tracks "A Visit From The Dead", "Victimized" und "At The Graves" brauchen sich nicht zu verstecken. So hat es King geschafft, mit der bislang stärksten Besetzung seiner Solo-Karriere auch das stärkste Album neben "Abigail" und "Them" einzuzimmern, das sowohl von der Story her absolut fantastisch, aber auch von der Produktion her eine einwandfreie Granate ist.

Roadrunner hat das Album wieder veröffentlicht und hat es mit zwei Bonustracks ausgestattet; "At The Graves" im anderen Mix, und "Cremation" als Live-Stück.
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