God Dethroned - The Toxic Touch

God Dethroned - The Toxic Touch
Melodic Death Metal
erschienen am 20.10.2006 bei Metal Blade Records
dauert 39:08 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Faithless
2. Hating Life
3. 2014
4. Falling Down
5. On Wings Of Pestilence
6. The Day You Died
7. Away From Emptiness
8. Macabre World
9. Typhoid Mary
10. Fail To Exist

Die Bloodchamber meint:

Da bringt der gute Icaac die Rezensenten aber ganz schön ins Schlingern, wenn er in jedem Interview eine so treffende Beschreibung des neuen Albums abliefert und man jenen so den Vorwurf des Abkupferns machen kann, so dass ich mir erstmal ein Glas guten Whiskey einschenke, erneut jede Note von „The Toxic Touch“ genieße und in mich aufnehmen, denn in der Tat hat Icaac mit jeder Zeile recht.

GOD DETHRONED präsentieren sich anno 2006 in neuem Kleide. Nun sind Weiterentwicklungen so unnütz wie ein Eimer Quallen. Das wissen die Holländer auch und so beschränken sich die Neuerungen lediglich auf Nuancen im Sound und in der Musik.
Zunächst fällt auf, dass sie die Geschwindigkeit im Vergleich zu den Vorgängeralben ein wenig reduziert haben. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn so gewinnen die Songs deutlich an Schwere. GOD DETHRONED konzentrieren sich auf scheinbar einfachere und somit eingängigere Riffs, welche sie deutlicher als je zuvor in das Death Metal Genre rücken. Auch die einzelnen pfeilschnellen und messerscharfen Leads und Solos vergangener Alben wurden auf ein geringeres Maß reduziert, ohne jedoch vollkommen zu verschwinden oder untypisch für die Band zu klingen. Dafür bekommt jedes der Lieder, welche vereinzelt mit Thrash Elementen gespickt aus den Boxen dröhnen, die Möglichkeit sich zu entfalten und seinen eigenen Groove der Platte mitzugeben. Es dauert recht lange, bis einem „The Toxic Touch“ ins Ohr geht, bis man ein Gefühl dafür entwickelt hat, was die Holländer damit auszudrücken versuchen. Ist man jedoch erst einmal über diesen Punkt weg, lässt es einen nicht mehr los. Man erwischt sich ständig beim Luftgitarre spielen, mitsingen und headbangen. Passenderweise kommt genau an der Stelle, an der man sich eine kleine Auszeit wünscht das Instrumentalstück „Away From Emptiness“, welches Zeit zum durchatmen gibt und in der Tat mit einem Slash-Gitarren-Schweine-Solo am Start ist. Die letzten drei Stücke werden wieder wie im Flug mitgenommen und man verspürt den Drang, sofort nach dem Erklingen des letzten Tones die CD neu zu starten.

Einen Höhepunkt gibt es auf diesem Werk nicht, es ist sein eigener Höhepunkt, bei dem sich kein einzelnes Lied traut, aus der Reihe zu tanzen. Die Allmacht erschließt sich einem wie bereits angedeutet nicht sofort, und doch oder vielleicht gerade deswegen ist „The Toxic Touch“ zu 100% GOD DETHRONED. Nichtbesitz sollte man unter Strafe stellen.
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