Intronaut - Void

Intronaut - Void
Modern Progressive Metal
erschienen am 17.11.2006 bei Lifeforce Records
dauert 50:14 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Monolithic Vulgarity
2. Gleamer
3. Fault Lines
4. Nostalgic Echo
5. Teledildonics
6. Iceblocks
7. Rise to the Midden
8. Fragments Of Character

Die Bloodchamber meint:

Oh mein Gott, was ist denn das? Fast völlig unvorbereitet traf mich dieses akustische Monster aus den USA und hält mich noch immer straff im Würgegriff, lässt mich kaum zur Ruhe kommen. Intronaut sind eine Art Undergroundpromiband und die derzeitigen Shootingstars der kalifornischen Extremszene. Die Band rekrutiert sich aus Ex- und Immernoch-Mitgliedern von Impaled, Exhumed, Uphill Battle und Phobia.

Diese Vita führt jedoch komplett in die Irre! Intronaut spielen weder blutigen Goregrind noch Alt-Carcassmetal oder politisch korrekten Grindcore. Jeder eventuelle Vergleich mit anderen Bands würde hinken, ich versuche trotzdem mal grob die Eckpunkte zu manifestieren: Die Burschen zocken eine unglaublich mitreißende Mischung aus extrem kraftvollem Metal, fließenden Soundlandschaften, ruhigen Rock- und Progressivelementen und ganz kurzen Death-Metal-Einschüben. Intronaut verstehen es, platt zu walzen, mit entrückten, sehr relaxten Passagen wieder zu aufzurichten und mit frickeligen Zeug auch noch mental den Rest zu geben. Meist wird im (nie langweilig werdenden) Midtempo musiziert, den Instrumenten genug Raum lassend, um sich zur vollen Schönheit zu entfalten. "Void" ist ein unheimlich kraftvolles, kaum in seiner Gänze in Worte zu fassendes Album.
Wem Mastodon zu verkopft ist, bekommt hier die Variante mit Seele und Eiern, wem Neurosis zu eindimensional jammert, der bekommt hier Vielschichtigkeit. Selten habe ich eine für meine Begriffe Konsens stiftendere Platte gehört, als diese. Hier könnte man in Abwandlung den Karl-Marx-Ausspruch verwenden: Metaller aller Länder vereinigt Euch! Intronaut werden Fans aus dem Heavy Metal, dem Doom Metal, dem Death- und Grindcore-Lager ihr eigen nennen dürfen, genau wie Proggies, Sludge Fans und Rock’n’Roller. Die CD ist die eierlegende Wollmilchsau und das sage ich aus tiefster Überzeugung, bei vollem Bewusstsein und ganz im Ernst!

Auf der europäischen Version enthält "Void" noch einen Titel der EP „Null“ von Anfang des Jahres als Bonus und bietet somit 50 Minuten grandioseste Breitwandunterhaltung. Mir bleibt nur noch an alle geneigten Leser zu appellieren: Stürmt die Läden, kauft dieses Album! Mir ist in diesem Jahr noch nichts Eindrucksvolleres und Ergreifenderes untergekommen!
Mein persönliches Album des Jahres und mit Leichtigkeit die Höchstnote!
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