Demonic Symphony - Frozen Tears

Demonic Symphony - Frozen Tears
Dark Power Metal
erschienen am 29.09.2006 bei Nevermore Records
dauert 56:09 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Frozen Tears
2. I Owe You Pain
3. About Dreams
4. Streets Of Evil
5. The Awakening
6. Lights
7. Birth Of A Vampire
8. Nightmares
9. Down On The Road
10. Payback
11. Demonic Spell

Die Bloodchamber meint:

Oha, das Cover macht es einem schonmal relativ leicht, diese Band einzuordnen: Ein Schriftzug, der nach melodischem Powermetal schreit, und dazu sticht das Motiv mit etwas abgespecktem Moonspell-Flair ins Auge. Ohne Hörprobe kommen wir also irgendwo im Bereich zwischen Gothic und Nightwish raus - und treffen damit den Nagel nicht ganz auf den Zopf.

Demonic Symphony bieten auf ihrem Demo-Best-Of "Frozen Tears" sehr eingängigen Dark Metal, der vor allem auf knallige Gitarren und präsente Sympho-Klänge baut. Härtetechnisch erreicht man dabei in etwa alte Scream Silence und noch ältere Secret Discovery, allerdings ist das Riffing deutlich metallischer gehalten, ohne in die Geschwindigkeitsregionen etwa Nightwish's vorzustossen. Ist auch gar nicht schlimm, denn die traditionelle Midtempo-Schiene wird angenehm variiert und harmoniert ganz wunderbar mit den vielseitigen Tastenspielereien, die zwar insgesamt nicht brandneu, aber immer schön rund und songspezifisch klingen. Zum Schluss noch ein paar Anleihen bei Orient und Mittelalter, und fertig ist das durchweg gefällige Gerüst.
Was dieser Scheibe nun in obere Wertungsregionen verhilft, sind auf der einen Seite die wirklich gelungenen Soli von Tommy Gad: Songs wie das grandiose "About Dreams" steuern förmlich auf das eine Solo hin, welches ohne übertriebenes Gewichse Fäden zusammenführt, Veränderung bringt und im Einklang mit den anderen Instrumenten seine Qualität entfaltet. Das mag profan klingen, aber es macht ungleich mehr Spass, einem Mann mit Gespür für den grösseren Rahmen bei seiner uneitlen Lieblingsbeschäftigung zuzuhören, als das ausuferende Griffbrettgenudel der notorischen Vergleichsgruppe zu erdulden.
Zweiter dicker Pluspunkt ist Frontdame Christine, die ihre Talente schon bei Agathodaimon einzusetzen wusste: Ihre vergleichsweise tiefe und in jeder Hinsicht kräftige Stimme ist mir persönlich um einiges lieber als die fünfte Luftsirene 1940, zumal man sich ohne Opernausbildung offenbar besser aufs eigentliche Singen konzentrieren kann. Statt oktavenhaschender Kehlkopfakrobatik blitzen hier meines Erachtens gar des Öfteren die grossen, selbstbewussten Ladies der 80er auf, die in der damaligen Rockpop-Phase ihre männlichen Kollegen nach Belieben zum Bierholen schickten.
Richtig auffällig wird diese schlagende Verbindung in Grosstaten vom Kaliber "Lights", "Payback" oder dem kurzen "Birth Of The Vampire": Hier gibt's am Stück mitreissende Gesangslinien, die mit etwas zurückhaltenderer Instrumentierung durchaus auch Kim Wilde die Taschen gefüllt hätten. Kurz: Die Frau bringt endlich eine andere Herangehensweise auf den Metalltisch und weiss damit dank gelungener Umsetzung auch vollends zu überzeugen.

Was bleibt zu sagen? - "Frozen Tears" ist eine klasse Scheibe, die einfach anders klingt, gegen Ende noch besser wird und zudem astrein produziert aus den Boxen knallt. Wer auf düsteren, ebenso traditionellen wie keyboardaffinen Metal steht und die elfengleiche Dutzendware langsam richtig satt hat, der sollte dem Dreier aus Mainz definitiv eine Chance geben.
Von meiner Seite dicke 8,5 Punkte, die sich nach 2 Monaten und diversen Ohrwurmorgien aber einfach nicht mehr vermeiden liessen - "You just keep me hangin' on..."

PS: Einen kleinen Einblick erhaltet ihr auf der Homepage unter Music, wo ihr die vom zweiten Demo stammenden Songs "I Owe You Pain", "The Awakening" und "Down On The Road" antesten könnt - allerdings hat sich in soundtechnischer Hinsicht noch einiges getan.
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