Virgin Black - Elegant... And Dying

Virgin Black - Elegant... And Dying
Gothic Metal
erschienen am 28.07.2003 bei Massacre Records
dauert 74:21 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Adorned In Ashes
2. Velvet Tongue
3. And The Kiss Of God's Mouth Part 1
4. And The Kiss Of God's Mouth Part 2
5. Renaissance
6. The Everlasting
7. Cult Of Crucifixion
8. Beloved
9. Our Wings Are Burning

Die Bloodchamber meint:

Es ist Sommer, es ist heiss, das Atmen fällt schwer, Bewegungen noch viel schwerer und CD-Kritiken zu verfassen verkommt zum reinen Gewissenskonflikt. Besonders mühsam wird es dann auch noch bei solch einem Brocken von CD, den uns die Australier VIRGIN BLACK hier präsentieren.
In ihrem epischen 75-Minuten-Werk sprengen sie einmal mehr die Grenzen von Gothic und düsterem, doomigen Metal zu einem im Magen grummelnden Cocktail der grossen Gefühle. Wer dachte, dass Australier immer nur fröhlich mit ihren Känguruhs durch die Gegend hüpfen, dem beweist das Pärchen Rowan London und Samantha Escarbe hiermit eindrucksvoll das Gegenteil.
Die Zeit dürfte sich wohl als das ausschlaggebende Element dieses Werkes herausstellen, denn genau wie die titelgebende Schönheit irgendwann einmal den Kampf gegen diese Übermacht verlieren wird, treten unsere beiden Musiker einen schier aussichtslosen Kampf gegen die Laufzeit einer regulären Audio-CD an. Mit einer schon fast unnatürlichen Ruhe nähern sie sich mit Hilfe ihrer Songs langsam dem Zuhörer (The Everlasting" hat eine Laufzeit von guten 17 Minuten) . Dies mag bei Liebhabern verträumt ruhiger und melancholischer Klänge durchaus auf begeisterte Ohren stoßen, aber ebenso schnell schreckt es ungeduldige Naturen von vornherein ab.
Man sollte sich halt schon mal einen Tag Urlaub nehmen, um sich diese dichte, atmosphärische Führung durch die Gedankenwelt der Musiker zu verinnerlichen. Nur dann kann man sich für die mit Anleihen bei Oper und Filmsoundtracks versehenen Stücke wirklich begeistern.
Einziges Manko aus meiner Sicht: Der Gesang. Zwar lässt der männliche Part des Duos öfters mal seine Kollegin zu Wort kommen und variiert seine Stimme vom vorsichtigen Background-Summen über geflüsterte Parts bis hin zu gequältem Jammern, aber gerade letzteres ist doch arg gewöhnungsbedürftig. So manche schräge Tonlage dürfte wohl einige Stirnrunzler hervorrufen und trübt somit das Gesamtwerk um einen wichtigen Bestandteil.
-