Crowd - Uncut View Of Sickness

Crowd - Uncut View Of Sickness
Death Metal
erschienen am 25.11.2006 als Eigenproduktion
dauert 31 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Abortion Of The Innerself
2. Comb Out The Wretched
3. Regress To Prevail
4. Give It
5. Bloody Hope
6. Lost In Pain
7. Face Down
8. Crash Test

Die Bloodchamber meint:

CROWD kehren zurück und schieben mit “Uncut View Of Sickness” einen etwas längeren Nachfolger zum zwei Jahre alten Demo über den Tresen. Das live vernommene Material ließ im Hinblick auf die grobe Ausrichtung keine Abweichungen erkennen, also schauen wir mal wie sich das Ganze auf digitaltätowiertem Silikon darstellt.

Auffallendste Neuerung ist zunächst die Stimmlage von Sänger Stewa, der sich nun häufig in Hartkern-Geschrei ergeht, wo auf “No Guarantee...” rein subjektiv der Grunzhammer geschwungen wurde. Das sorgt auf der einen Seite für moderate Variabilität, auf der anderen Seite löst sich die Musik dadurch zeitweilig vom todesmetallischen Ufer und bringt 90er-HC-Feeling mit 'ner Prise Burton C. Bell in die gute Stube. Im Verlaufe der gut 30 Minuten halten sich die beiden Stile dann allerdings doch einigermaßen die Waage, was besonders deswegen wichtig ist, weil die Patterns der tiefen SFU-Parts auf mich um einiges runder wirken als ihre Gegenstücke.
Musikalisch zeigt “Uncut View...” eine gewachsene Band – die einzelnen Songs sind in sich vielfältiger als noch 2004 und lassen bisweilen durch zerhackte Rhythmik, gelungene Bass-Schlagzeug-Arrangements (Comb Out...”) oder schicke Leadparts (wie im besten Track “Regress To Prevail”) aufhorchen. Die Ähnlichkeit der Midtempoparts ist daher anfangs nicht wirklich ein Problem, wirkt bei wiederholtem Konsum jedoch in gewisser Weise vorhersehbar und nicht immer identitätsfördernd. Dazu wird mit den fraglos vorhandenen Neuerungen im Sound (eben Rhythmik, charakteristische Leads) insgesamt noch zu zaghaft operiert.
Am effizientesten sind CROWD folglich, wenn sie sich entscheiden: Im modern angehauchten Opener, den klassisch groovenden Todeshämmern “Regress To Prevail” und “Bloody Hope”, sowie dem zähfließenden “Crash Test”.

Ansonsten gilt: Was beim knackig kurzen Demo und im Konzertrahmen tadellos funktioniert, ist im heimischen Rahmen definitiv noch ausbaufähig. Um höhere Wertungsregionen zu erschließen, sollten sich die Leipziger daher vor allem klar werden, wohin die musikalische Reise geht – und diesen Weg dann konsequent beschreiten. Solange bleibt “Uncut View Of Sickness” gutes Futter für angstfreie Anhänger von SFU-beeinflußtem Death, der auch gerne mal in corigen Gefilden wildert.

Hörproben und Bestellmöglichkeiten gibt's auf der Homepage.
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