Deathronic - Duality Chaos

Deathronic - Duality Chaos
Symphonic Death Black Metal
erschienen am 25.01.2013 bei Mighty Music
dauert 24:31 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Ephemere
2. Bloody Lust
3. Kalila Wa Dimna
4. Disharmonia Part I
5. Disharmonia Part II
6. Anno 1423
7. Kalila Wa Dimna (No Vox Mix)

Die Bloodchamber meint:

Die besten Soloprojekte sind immer noch diejenigen, bei denen man erst im Nachhinein erstaunt feststellt, dass tatsächlich nur eine einzige Person hinter dem Album steckt. So auch in diesem Fall. Amine Andalouse, Schöpfer und alleiniger Musiker von DEATHRONIC, zeigt auf seinem Debutalbum „Duality Chaos“ wie sehr Professionalität und schöpferischer Alleingang vereinbar sind.

Symphonic Black Death Metal, so wird die vorliegende CD beworben. Das alte Motto, je mehr desto besser, ging ja schon häufig nach hinten los, doch hier sind negative Vorurteile fehl am Platz. Beginnend bei einer sehr professionellen Produktion, die alle wichtigen Faktoren von A bis Z abdeckt, über kreatives Songwriting bis hin zu dem notwendigen Exterieur ist hier alles positiv zu bewerten. Die variantenreiche Musik ist sicherlich kein Novum, weder in den einzelnen hörbaren Stilistiken noch in ihrer Gesamtheit. Bestimmte Strukturen und Formen erwecken fast schon den Eindruck alter Volksgesänge, so allgegenwärtig sind sie in den Ohren eines Metallers. In diesem Fall ist das auch nicht negativ zu beurteilen und gut in Einklang zu bringen mit dem Konzept hinter dem Album. Den Dualismus des Menschen aufzuzeigen, das ist die poetische Intention hinter „Duality Chaos“. Übertragen auf die Musik bedeutet der Dualismus wohl die ständige Balance zwischen alten musikalischen Handwerksmitteln und einer konzeptreichen Aufarbeitung derselbigen. Würde man den Grundcharakter der Musik hervorheben wollen, dann sind dies sicherlich die symphonischen Harmonien, die als guter Hintergrund zu den Black und Death Metal Parts dienen. Meistens eher episch, und im Tempo langsam, kommt viel Stimmung auf, welche immer wieder unterbrochen wird von schnelleren Parts im Wechsel mit Growls und Soloeinlagen. Oft genug hat man dabei das Gefühl, dass sich die Musik nun in abgedroschene oder unnötig verspielte Strukturen verfängt, nur um kurze Zeit später überrascht festzustellen, wie Andalouse im scheinbar letzten Moment noch die Kurve kriegt und mit neuen Einfällen dem ganzen Song eine ganz andere Richtung verleiht.

Symphonisch, schwarz und gleichzeitig düster, so zeigt sich das Soloprojekt DEATHRONIC. Keine der drei Stilistiken ist dominant, stattdessen gibt sich das Album ausbalanciert und in einer gut durchdachten Mischung. Erkennbar sind die verschiedenen Spielarten allerdings zu jedem Zeitpunkt, und so fragt man sich zu Recht, was man nach rund vierzig Minuten Spielzeit eigentlich gehört hat. Ein interessantes Album mit einem ganz eigenem Charakter!
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