Municipal Waste - Massive Aggressive

Municipal Waste - Massive Aggressive
Thrash Metal / Crossover
erschienen am 28.08.2009 bei Earache Records
dauert 28:41 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Masked By Delirium
2. Mech-Cannibal
3. Divine Blasphemer
4. Massive Aggressive
5. Wolves Of Chernobyl
6. Relentless Threat
7. The Wrath Of The Severed Head
8. Upside Down Church
9. Shredded Offering
10. Media Skeptic
11. Horny For Blood
12. Wrong Answer
13. Acid Sentence

Die Bloodchamber meint:

Eine Partytruppe, auf die man sich verlassen kann? Zumindest lässt der sehr regelmäßige Veröffentlichungsrhythmus der Hausmüllthrasher darauf schließen. Zuverlässig wie bei den Maurern bewegt sich „Massive Aggressive“ auch im Rahmen der MUNICIPAL WASTE üblichen Spielzeit von mehr oder weniger 30 Minuten.

Wer es schörkellos und geradeaus mag, ist bei den Amerikanern genau an der richtigen Adresse. Flotter Partythrash, der in einigen Liedern gefühlt die übliche Akkordzahl der RAMONES sogar unterschreitet, mit größtenteils mehr oder weniger albernen Horror- und Zombielyrics (respektive zu absurder Metaphorik neigende Sozialkritik...) schmettert von der ersten bis zur letzten Minute fröhlich aus den Boxen. Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht, sonst hat man auch schon ein Lied verpasst. Kleine Ausreißer wie wenige Töne lange Gitarrenmelodien oder kurze Punkrockanklänge (z.B. am Ende von „Divine Blasphemer“) spielen keine Rolle, es überwiegt der anachronistische Charme des einfachen Voll-auf-die-Glocke-Gebembels.

Erinnerungen an Billy Milanos S.O.D. und M.O.D. werden verstärkt durch die Art der Backing Vocals, die meist einfach in den normalen Gesang mit einfallen und damit den Charakter räudiger Gangshouts erhalten. Allerdings kennen MUNICIPAL WASTE nur die gute, alte Pedal-am-Bodenblech Geschwindigkeit und leider sorgen die fast allen Liedern fehlenden Hooks für ein geringes Maß an Unterscheidbarkeit. Einzig die Positionierung der Crewgesänge an auffälliger Stelle wie dem Liedanfang („Wrong Answer“) kann oft noch der Zuordnung dienen.

MUNICIPAL WASTE ziehen wie gehabt ihr Ding durch, und es steht für mich außer Frage, dass es auch solche Bands geben muss, die sich auf die ersten Thrash - Crossover Zeiten berufen und sich bei ihrer Retromusik nicht an der ewiggleichen Hand voll Thrash Acts der 80er & frühen 90er orientieren, aber die Zielgruppe ist damit auch etwas eingeschränkt.
Partythrasher, die für das nächste Dosenbierverköstigungstreffen mit Gleichgesinnten einen neuen Soundtrack für die Oldschoolmoshpits suchen, bekommen die Vollbedienung. Für viele andere (vor allem von modernen Gitarrenspielereien verwöhntes Jungvolk) dürfte „Massive Aggressive“ zu simpel, zu gleichgestrickt und ebenso zu rückwärtsgewandt sein, selbst wenn diese Musik eigentlich zeitlos ist.
Ein Album, das völlig in Ordnung ist und durchaus Spaß macht, aber auch nicht mehr.
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