Eluveitie - Everything Remains (As It Never Was)

Eluveitie - Everything Remains (As It Never Was)
Folk Metal
erschienen am 19.02.2010 bei Nuclear Blast
dauert 47:03 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Otherworld
2. Everything Remains As It Never Was
3. Thousandfold
4. Nil
5. The Essence Of The Ashes
6. Isara
7. Kingdom Come Undone
8. Quoth The Raven
9. (Do) Minion
10. Setlon
11. Sempiternal Embers
12. Lugdunon
13. The Liminal Passage

Die Bloodchamber meint:

Die Welt ist manchmal echt komisch. Sprach man vor einigen Jahren über die damals noch recht unbekannte Band ELUVEITIE, erntete man meist positive Reaktionen und freute sich über die eigene Entdeckung dieser doch recht ungewöhnlichen Band. Vor allem die live dargebotene Mischung aus fesselnden Death Metal Rhythmen, instrumental ausschweifenden Folk-Elementen und einer auch von den Musikern zelebrierten positiven Stimmung wusste zu begeistern. Nach der „Entdeckung“ der Band durch Branchenriese Nuclear Blast schien sich das Bild der Band in der metallischen Öffentlichkeit aber irgendwie zu verändern. Sei es wegen des Wechsels zum vermeintlich bösen Kommerzlabel oder dessen teils unglückliche Bühnen-Kombinationen, wo ELUVEITIE neben den kantigsten Vertretern des extremen Metals auffahren durften und zwangsweise verlieren mussten – es entwickelte sich eine unverständliche Abneigung, die gar vereinzelt in Hass mündete. Unverständlich deshalb, weil die Band im Grunde immer noch die gleiche Musik spielt wie eh und je.

Sicher, wie bei fast allen vom Folk beeinflussten Bands ist die eigene Reaktion auf das Gehörte sehr stark von der eigenen Stimmung abhängig. Angesichts heftiger Düdel-Attacken wie in den instrumentalen „Setlon“ oder „Isara“ kann man schon mal genervt die Kopfhörer zur Seite werfen, wenn man gerade die Probleme der Arbeit mit nach Hause trägt. Andererseits vermögen gerade die Folk-Elemente eine positive Grundstimmung noch deutlich zu steigern, was einzig die Gitarrenparts möglicherweise nicht erreicht hätten.

Letztlich ist es also die finale Mischung aus gegensätzlichsten Dingen, die „Everything Remains (As It Never Was)“ zu ihrem Charakter verhilft. Obwohl die Melodic Death Metal Parts gut und gerne auch ohne Dudelsack und Flöte passabel funktionieren würden (was sie in kurzen Passagen durchaus auch beweisen), gibt es den bunten ELUVEITIE Lego-Bausatz nur als fertig zusammengeklebte Figur zu erwerben.

Im Laufe der gebotenen Dreiviertelstunde bekommt der Fan nach dem reinen Folk-Akustik-Vorgänger endlich wieder die gewohnte Packung aus beiden Welten. Treibend, bewegungsfördernd, mitreißend, emotional – Allein die Hitdichte (insofern man sie an Ohrwürmern festzulegen vermag) ist tendenziell eher niedrig ausgefallen. Liegt aber auch daran, dass die Band in der Vergangenheit schon stark vorgelegt hat.
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