Destruction - Day Of Reckoning

Destruction - Day Of Reckoning
Thrash Metal
erschienen am 18.02.2011 bei Nuclear Blast
dauert 50:04 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. The Price
2. Hate Is My Fuel
3. Armageddonizer
4. Devil's Advocate
5. Day Of Reckoning
6. Sorcerer Of Black Magic
7. Misfit
8. The Demon Is God
9. Church Of Disgust
10. Destroyer Or Creator
11. Sheep Of The Regime
12. Stand Up And Shout (Bonustrack, DIO Cover)

Die Bloodchamber meint:

Mit frisch aufgeladenem Akku meldet sich eine der drei bzw. vier (es zählt ja nicht jeder TANKARD mit) großen Institutionen des Teutonenthrash mit dem mittlerweile elften Studioalbum zurück. Und so wie bereits SODOM und KREATOR gezeigt haben, dass man mit dem Alter nicht zwingend (musikalisch) ruhiger und gesitteter werden muss, feuern auch DESTRUCTION auf „Day Of Reckoning“ noch aus allen Rohren.

Ganze 14 Sekunden bleiben dem Hörer zur Vorbereitung, bis unvermittelt alle Raketenstufen auf einen Schlag gezündet werden und die bisweilen irrwitzig schnelle Reise ins Thrashiversum beginnt. Dass bei diesem Tempo des Öfteren Hooks und einprägsame Textzeilen auf der Strecke bleiben, wird billigend in Kauf genommen, solange es nur mödermäßig auf die Mappe gibt. Allerdings nicht wahnsinnig heavy, brutal oder finster, sondern mit gezielten Schlägen in meist rasender Abfolge. Das macht soweit ordentlich Spaß und ist auch legitim, die stärkeren Momente von „Day Of Reckoning“ liegen aber in den wenigen treffsicheren Momenten des gebremsten Schaums, in denen sich zum Beispiel der Refrainruf „Armageddonizer“ samt anschließendem, in unnachahmlich typischer Schmiermanier mit nach oben gehender Stimme gesungenen „We’re none the wiser!“ sofort in die Hirnrinde prägt und trotz des dazwischen abgebrannten Rifffeuerwerks praktisch bis „Church Of Disgust“ der das Gedächtnis beherrschende Titel ist.

Ja, Mike Sifringer beherrscht die schnittige Thrashklampfe immer noch locker aus dem Handgelenk, Schmier ist auch heute ein authentischer Frontwüterich – daran, dass man seine charakteristische Stimme mögen muss, um DESTRUCTION gut zu finden, ändert „Day Of Reckoning“ selbstverständlich nichts – und Neudrummer Vaaver weiß, was er tut. Aber der entscheidende Funke, um guten Gewissens sagen zu können, man MUSS das Album haben, springt kaum über.
Die Rückentwicklung von dem paradoxerweise moderneren „D.E.V.O.L.U.T.I.O.N.“ sorgt dafür, dass DESTRUCTION wieder 100% wie DESTRUCTION klingen, unter anderem wegen der deutlich kleineren Schnittmenge zu Schmiers anderem Projekt HEADHUNTER. Wenn jedoch trotz längerer Hörpause bei einem Blick auf die Tracklist sofort mehr als die Hälfte der Lieder des Vorgängeralbums wieder 1A im Kopf präsent sind, während sich das trotz akuter intensiver Beschäftigung bei „Day Of Reckoning“ fast nur auf die zwei erwähnten Titel beschränkt – mit leichten Abstrichen ergänzt um „Hate Is My Fuel“ und „Destroyer Or Creator“ -, spricht das trotz aller enthaltener Power natürlich nicht uneingeschränkt für das Album.

Geschwindigkeits- und DESTRUCTION Maniacs werden dennoch ihren Spaß haben, denn was Schmier und Mike auf die Beine stellen, hat bei aller Kritik immer eine Menge Hand und Fuß. In diesem Sinne: Thrash Till Death!
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