Satyricon - Dark Medieval Times

Satyricon - Dark Medieval Times
Black Metal
erschienen in 1994 bei Moonfog Productions
dauert 43:39 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Walk The Path Of Sorrow
2. Dark Medieval Times
3. Skybbedans
4. Min Hyllest Til Vinterland
5. Into The Mighty Forest
6. The Dark Castle In The Deep Forest
7. Taakeslottet

Die Bloodchamber meint:

Mit „Dark Medieval Times“ veröffentlichten die Norweger SATYRICON 1993 ihr Debütalbum. Die Scheibe gilt auch heute noch nicht zu unrecht als die „kultigste“ der Black Metaller, nur darf man diese Titulierung in diesem Falle nicht negativ werten.

Denn die hier dargebotene Musik klingt noch deutlich anders als die folgenden Alben – „The Shadowthrone“ mal ausgenommen – wenngleich diese natürlich in der Qualität diesem hier in nichts nachstehen.
Ganz allgemein ist es ja ein Phänomen wie SATYRICON mit jedem Album eine recht krasse Stilwende eingegangen sind und doch immer wieder überzeugen konnten: Kombination von Weiterentwicklung und Abwechslung mit Authenzität in Perfektion.
Beginnt man „Dark Medieval Times“ zu lauschen, wird schnell klar, dass hier neben EMPEROR (damals mit „In the Nightside Eclipse“) ein weiterer hochwertiger Vertreter der zweiten Welle norwegischen Schwarzmetalls seinen Weg zu bestreiten begann.
Aufallend melodischer und tiefgängiger Black Metal, bei dem Atmosphäre meistens wichtiger als Brachialität ist, erklingt. Bereits hier fällt auf, dass SATYRICON lange, teils episch-vernebelte anmutende Stücke mit Variabilität kombinieren.

Paradebeispiele für dieses Zusammenwirken technischer Spielfertigkeit einerseits und homogener Durchgängigkeit andererseit sind aber natürlich weiterhin Stücke wie der Klassiker „Mother North“, setzt man doch auf „Dark Medieval Times“ noch mehr auf die erfolgreiche Wirksamkeit nicht zu häufig variierender Passagen.
Eine Neuheit waren wohl auch die schönen, folkloristisch-mittelalterlichen Akustik- und Flötenklänge, welche die düstermetallische Seite auf phaszinierende Weise ergänzen, gleich verhält es sich mit majestätisch-dunklen, hornartigen Untermalungen wie sie beim Titelstück erklingen.

Sigurd „Satyr“ Wongravens Gesang bewegt sich bereits hier auf auffallend hohem Niveau: Kraftvoll, kalt und rau und mit ausgeprägter Eigenständigkeit. Ähnlich verhält es sich mit Kjetil Vidar „Frost“ Haraldstads Schlagzeugspiel, welches auf Alben wie „Volcano“ zwar neue Dimensionen öffnet, aber auch hier bereits durch eine tolle, variationsreiche Spielweise begeistern kann.

Zwischen energischer Raserei, sphärischem Phantast und bodenständiger, mal auch leicht dreckiger Rhythmik brodelnd, stellt „Dark Medieval Times“ auch heute noch eines der Referenzwerke in diesem Genre dar.
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