Set Your Goals - Mutiny!

Set Your Goals - Mutiny!
Punk
erschienen am 14.07.2006 bei Alveran Records
dauert 29:37 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Work In Progress
2. We Do It For The Money, OBVIOUSLY!
3. Dead Men Tell No Tales
4. Mutiny!
5. This Song Is Definetely NOT About A Girl
6. An Old Book Misread
7. This Very Moment
8. Flight Of The Navigator
9. To Be Continued ...
10. Don't Let This Win Over You
11. Echoes

Die Bloodchamber meint:

Schon die im April veröffentlichte EP „Reset“ ließ erahnen, daß SET YOUR GOALS das facettenreiche Songwriting nicht gerade mit Löffeln gefressen haben. Zwar konnte man sich aufgrund des wenigen Materials nicht wirklich ein Urteil über die Kalifornier bilden; eine besorgniserregende Tendenz war aber allemal vorhanden.

Und diese wird jetzt auch durch das Debüt„album“ (mal wieder keine halbe Stunde) eindrucksvoll bestätigt. Der Ami Sechser ist zwar durchaus fit an den Instrumenten und hat auch zwei gefällige Vokalisten am Start, aber auf „Mutiny!“ bleibt wirklich gar nichts hängen. Die Chose krankt nämlich in erster Linie an zwei zentralen Problemen :

1) kein Punk Song sollte länger als drei Minuten dauern.
Und das hat einen guten Grund : wer mit minimalen (musikalischen) Mitteln arbeitet, sollte sich kurz fassen, um den Hörer nicht zu langweilen. SET YOUR GOALS machen dies jedoch nicht und blähen ihre Songs durch unpassende Tempoverschleppungen, unnötige Wiederholungen und stumpfe Mitgrölparts („da da da“) vollkommen sinnfrei auf. Zudem ist gerade „An Old Book Misread“ mit seinem schmalzig-klebrigem Refrain weit über der Schmerzgrenze.

2) Punk Songs müssen schnell auf den Punkt kommen und Arsch treten.
Diese goldene Regel wird sowohl durch die etwas glattgebügelte, kantenlose Produktion als auch durch die grandiose Gabe, ständig rumzueiern und nichts Griffiges zu fabrizieren, komplett ausgebremst. Vielleicht ist es der massive Hardcore Einschlage, vielleicht auch das übertriebene Melodieverständis der Truppe, aber hier paßt wenig zusammen. Selbst die drei superkurzen Eruptionen auf dieser Platte erfüllen nicht die genannten Voraussetzungen und bleiben austauschbar und nichtssagend.

Tja, das war’s dann auch schon so ziemlich. SET YOUR GOALS sind eine weitere dieser unzähligen Bands da draußen, die handwerklich alles richtig machen, aber einfach keine vernünftigen Songs schreiben können. Von den im Infozetteln angepriesenen „catchy hooks“ ist jedenfalls weit und breit nichts zu hören.
Unterer Durchschnitt, nicht mehr und nicht weniger.
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