Lacrimas Profundere - Filthy Notes For Frozen Hearts

Lacrimas Profundere - Filthy Notes For Frozen Hearts
Gothic Rock
erschienen am 07.07.2006 bei Napalm Records
Bloodchamber-Wertung:

Die Bloodchamber meint:

War das Vorgängeralbum „Ave End“ noch verhaltener und weicher, legen LACRIMAS PROFUNDERE auf ihrem mittlerweile achten Album nun einen Zahn zu. Nicht, dass die deutsche Band so hart wie nie zuvor wäre, aber in Sachen Eingängigkeit dürfte sie wohl ihren bisherigen Zenit erreicht haben. Denn alle Lieder gehen sofort ins Ohr.

Auf der einen Seite stehen rockige, energische Gothic Rock-Nummern wie zum Beispiel die Single „Again It’s Over“, bei der deutlich die nun heruntergestimmen Gitarren und schweren Riffs zu hören sind, auch eine kleine Doublebass-Einlage ist zu vernehmen, oder das etwas verträumtere „Filthy Notes“ und „An Irresistible Fault“, das durch die prägnante Basspur und den erhabenen Refrain auffällt.
Ebenfalls kräftig, aber melancholischer und dramatischer geht es unter anderem bei „To Love Her on Knees“, mit „finnischer“ Keyboardbegleitung, und „No Dear Hearts“ zu Gange, hier sind sehr gut die typischen vereinzelten Klavierbegleitungen und unverzerrte Melodietöne der Gitarre zu hören.
Mit Titeln wie „Short Glance“ warten dagegen balladeskere, ruhigere Lieder auf, bei welchen auch mal die Akustikgitarre ausgepackt wird und der Gesang in höhere und hellere Regionen vorstößt, „Sad Theme for a Marriage“ stellt, durchgehend gezupft und mit Streicherbegleitung, dabei das ruhigste Stück des Albums dar.
Alles in Allem erschaffen die fünf Musiker dadurch eine ganz annehmliche Atmosphäre, welche einen auch mal zum wohligen Mitschwelgen einlädt, insgesamt fehlt es jedoch an Tiefgang und nicht alle, aber einige der Stücke lahmen und driften in die Belanglosigkeit ab.

Dies hat sicherlich auch mit der Tatsache zu tun, dass LACRIMAS PROFUNDERE mit „Filthy Notes for Frozen Hearts“ eine ganze Portion Eigenständigkeit abgegeben haben. Denn die Ähnlichkeit mit der wohlbekannten finnischen Formationen The 69 Eyes ist teilweise schon recht auffällig. So könnte man beim Eröffner „My Velvet Little Darkness“ wirklich glauben, Jyrki 69 hätte hier seinen Gesang beigesteuert. Natürlich klingt Sänger Christophers Stimme passend tief, voll und melodisch, aber das ändert auch nichts an der Tatsache, dass es diesem Album an Individualität fehlt.
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