Brand New Sin - Tequila

Brand New Sin - Tequila
Hard Rock
erschienen am 17.11.2006 bei Century Media
dauert 46:39 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Said And Done
2. Did Me Wrong
3. Spare The Agony
4. Ice Man
5. The Proposition
6. Old
7. Worm Whore
8. See The Sun
9. Motormeth
10. Numeros Dos
11. Elogio
12. Reaper Man
13. Acehole
14. House Of The Rising Sun (The Animals Cover)

Die Bloodchamber meint:

Es hat sich nicht viel getan im Hause BRAND NEW SIN: auch der zweite Century Media Longplayer „Tequila“ verströmt die angenehme (?) Atmosphäre eine aufgeheizten Kneipe in New Orleans. Es stinkt nach Urin, Erbrochenem, kaltem Rauch und getrocknetem Schweiß.
Southern Rock halt.

Wer mal in die Bedrängnis kommen sollte, einem Anti-Alkoholiker das Gefühl eines schlimmen Katers vermitteln zu müssen, sollte ihm einfach diese Platte in die Hand drücken, denn „Tequila” klingt mindestens genauso nach dickem Kopp, wie ich ihn garantiert nach Genuss des gleichlautenden Getränks am anderen Tag haben werde. Die Riffs sind hart, schwer und zähflüssig, der bluesig-aggressive Gesang von Joe Altier hallt auf unangenehme Art und Weise im Schädel wider und die meist groovig-schleppenden Songs machen das „Sonntags-Morgen-15-Uhr“ Gefühl perfekt. Lediglich unterbrochen durch einen schnellen Strohrum Promille Beschleuniger („Motormeth“), die alptraumhaft vertraute Stimme von Pete „ich hab den Längsten“ Steele (in „Reaper Man“) und den doomigen End-Abschußmix „House Of The Rising Sun“ (hier hat man sich das Rezept von den Animals ausgeborgt), drückt „Tequila“ von Anfang bis Ende auf die verbleibenden Synapsen und klingt dabei weder besser noch schlechter als der letztjährige Filmriss „Recipe For Desaster“.

Wer so was mag und schon beim Vorgänger Spaß hatte, sollte sich diese Party für die Schnauze (und die Ohren) ruhig mal reinziehen. Man sollte sich aber bewusst sein, dass – wie im richtigen Leben auch – der Grad zwischen alkoholischem Frohsinn und stumpfer Depression reichlich schmal ist.
-