Hämatom - Stay Kränk

Hämatom - Stay Kränk
Modern Metal
erschienen am 15.01.2010 bei Megapress
dauert 43:04 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Friss oder strib
2. Auge um Auge
3. Stay Kränk
4. Spieglein
5. Schau sie spielen Krieg
6. El Mariachi
7. Eva
8. Sucht
9. Verpiss dich
10. H.W.A.
11. Unser Ende
12. Scheissegal

Die Bloodchamber meint:

Es ist immer etwas besonderes eine Band fast von Anfang an zu begleiten und zu sehen wie sie sich entwickelt. 2005 brachten die Nürnberger HÄMATOM ihr Debüt „Nein“ heraus und da ich es ganz okay fand, drängte mir sogleich die Promofirma ein Telefoninterview auf. Fünf Jahre und drei Auftritte in Chemnitz später gibt es das neue Album „Stay Kränk“ sogar im Regal eines großen Elektromarktes.

Auch musikalisch geht es für HÄMATOM einen Schritt weiter und aus den Einflüssen der Neuen Deutschen Härte und von Bands wie SLIPKNOT und STATIC-X hatte sich schon auf dem letzten Album ein eigener Stil herauskristallisiert, der jetzt einer Verfeinerung unterworfen wurde. Die Songs klingen ausdifferenzierter als noch auf "Wut", in sich selbst, aber auch untereinander. Die Nürnberger haben sich nicht zurückgelehnt, sondern sich im Songwriting gesteigert und durch den vermehrten Einsatz der cleanen Stimme von Sänger Nord noch mehr Möglichkeiten dazugewonnen. Dass dessen gesangliche Fähigkeiten im Vergleich zu seiner Schreistimme noch weiter ausbaufähig sind, schmälert diesen positiven Eindruck etwas. Ob nun nur durch die sehr gute Produktion oder durch eine wirkliche technische Steigerung, auch das Schlagzeugspiel wirkt variabler und nicht so eintönig wie bei 95% der NDH Bands, Drummer Süd treibt den Rest gnadenlos nach vorne.

Genervt vom Image der Märchenerzähler sind HÄMATOM auf der letzten CD schon dazu übergangen auch sozialkritische Texte zu schreiben und so sind ihnen auf „Stay Kränk“ mit „Eva“, „Schau sie spielen Krieg“ und „Spieglein“ sowohl von den Texten als auch von der Musik her drei Songs der ersten Kategorie gelungen. Der Rest des Materials ist zwar nicht auf dem Niveau dieser Drei, aber auch eine Steigerung zum letzten Album und so ist „Stay Kränk“ eine ziemlich gute Scheibe geworden.
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