Lunar Aurora - Elixir Of Sorrow

Lunar Aurora - Elixir Of Sorrow
Black Metal
erschienen in 2004
dauert 54:04 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Einsamkeit und Dunkelheit
2. Zorn aus Äonen
3. Augenblick
4. Geister
5. Kerkerseele
6. Freiheit
7. Hier und jetzt
8. A Wandering Winterdream Beneath the Cold Moon
9. The Unknown Dead
10. Irrlichter

Die Bloodchamber meint:

"Elixir of Sorrow" haben Aran, Whyrhd und Sindar ihr aktuelles Full Length Machwerk betitelt. Es ist jedoch sicherlich wert erwähnt zu werden, dass das Material laut den Informationen auf der Lunar Aurora Website schon im Sommer 2001 aufgenommen wurde. Nachdem "Ars Moriendi" nun eine ganze Zeit zurückliegt, war ich natürlich gespannt, wie sich Lunar Aurora weiterentwickelt haben und wie der Sound auf dem neuen Album wohl ausfallen wird.
Eingeleitet wird "Elixir of Sorrow" durch das Intro "Einsamkeit und Dunkelheit", welches an und für sich noch nichts spektakuläres und darüber hinaus durch das einzige Instrument, dem Keyboard, keinen Einblick auf das bietet, was einen mit dem zweiten Track "Zorn aus Äonen" erwartet. Bei diesem hingegen bekommt man dann aber reinste Black Metal Kunst geboten. Rauhe Gitarrenriffs, schnelle Drums und rohe Vocals (die aber dennoch an vielen Stellen verständlich sind, auch ohne das man nebenbei die ganze Zeit über die Lyrics im Booklet verfolgen muss). Die Verwendung von Keyboards beschränkt sich ziemlich, trägt aber vor allem stellenweise maßgebend zur Atmosphäre bei, was wie ich finde auch den besten Kompromiss für ausgewogene Klangteppiche darstellt. Das an dritter Stelle stehende "Augenblick" ist für mich persönlich das stärkste Stück des Albums. Schon alleine die Riffabfolge in der ersten Minute zieht durchs ganze Mark. "Kerkerseele" ist im Gegensatz zu den anderen Titeln auf dem Album ein eher schleppendes Stück. Es wartet mit keinen besonders hervortretenden oder überraschenden Momenten auf, ist aber dennoch solide. "Hier und jetzt" stellt neben "Augenblick" den zweiten Track in Überlange auf dem Album dar. Wo der Anfang noch relativ ruhig klingt, so entwickelt es sich vor allem im Hinblick auf den Gesang in ein recht aggressives und schnelles Stück. Ruhige und schnelle Passagen wechseln im weiteren Verlauf harmonierend miteinander ab. Ebenfalls sehr gelungene und mächtige knappe 12 Minuten also. Zu "The Unknown Dead" bleibt mir auch nichts weiter zu sagen, außer dass es ein bodenständiger Song mit durchdachtem musikalischen Konzept ist. Abgeschlossen wird das Album wieder mit einem vom Keyboard getragenen Outro.
Nachdem ich nun einen kurzen Überblick über das Album gegeben habe, kommen wir nun zum obligatorischen Gesamturteil. Falsch gemacht haben Lunar Aurora kaum etwas. Elixir of Sorrow ist in seiner Gesamtheit ein sehr eigenständiges Werk, welches sich aus der Masse der Black Metal Veröffentlichungen deutlich hervorhebt. In dennoch für die Band gewohnten Stil bekommt man hier für 54 Minuten rauhen und melodischen Black Metal geboten. Ich würde dieses Album in einem Atemzug mit Emperors "Anthems to the Welkins at Dusk" nennen, denn genau wie dieses braucht "Elixir of Sorrow" schon einige, durch die nicht sehr kurze Spielzeit der Stücke, aufmerksame Durchgänge, um richtig aufgefasst und verständlich zu werden. Zwischen den fünf "richtigen" Tracks wurde an drei Stellen ein eher melancholisches Instrumental eingestreut. Jedem der auf anspruchsvollen Black Metal mit intelligenten Texten steht, sei "Elixir of Sorrow" wärmstens ans Herz gelegt.
Die von Deviant Records zusätzlich zu der CD Fassung herausgegebene DLP Version des Albums wartet zudem noch mit vier Bonusstücken auf. Namentlich sind dies "Der Wächter", "Unrast und Leid", "Totenacker", sowie "Alone in the Dark". Leider kann ich über diese Stücke nichts sagen, da mir nur die von The Oath veröffentlichte CD von "Elixir of Sorrow" vorliegt.
-