Summoning - Old Mornings Dawn

Summoning - Old Mornings Dawn
Epic Black Metal
erschienen am 07.06.2013 bei Napalm Records
dauert 66:51 min
Bloodchamber-Wertung:

Tracklist

1. Evernight
2. Flammifer
3. Old Mornings Dawn
4. The White Tower
5. Caradhras
6. Of Pale White Morning And Darkened Eves
7. The Wandering Fire
8. Earthshine

Die Bloodchamber meint:

Sieben Jahre des Schweigens sind vorbei. Sieben Jahre der Stille und der Ungewissheit. Wird noch einmal die Sonne aufgehen? Werden wir einen neuen Morgen in der Welt von SUMMONING erleben? Die Antwort liegt vor und sie heißt „Old Mornings Dawn“. So wenig eingängig der Titel auf den ersten Blick sein mag, so klar spricht er zu uns, haben wir uns in den epischen Landschaften, die sich dahinter verbergen, eingefunden. Ja, es ist ein Morgen, ein Sonnenaufgang für all diejenigen, die SUMMONING vermisst haben. Und gleichermaßen ist es ein altbekannter Morgen. Mit den ersten Tönen ist man schon wieder in der altbekannten Welt dieser eigenwilligen Musiker aus Wien angekommen. Nach sieben Jahren darf ja schon mal die Frage gestellt werden, was eigentlich in all der Zeit gewesen ist. „Old Mornings Dawn“ macht den Eindruck, als sei es vor allem eine Zeit der Ruhe und Selbstbesinnung gewesen und keine des Strebens nach neuen Ufern.

SUMMONING sind immer noch SUMMONING. Punkt. Wer das Duo bislang noch nicht mochte, kann nun eigentlich weiterklicken. Neue Hörerschaften werden sie mit diesem Album wohl nur in den Reihen derjenigen rekrutieren, die in Zeiten von „Oath Bound“ noch zu jung waren. SUMMONING lieben es nach wie vor groß, ja sogar gigantisch. Orchestrale Arrangements, denen man ihre Konservenherkunft jederzeit anhört, unterstrichen von schwarzmetallischen Gitarren und harschen Vocals, das ist die Klangwelt, in die man sich begibt. Doch hört man ein wenig genauer hin, dann zeigt sich, wie fein gestrickt eben diese Arrangements sind. SUMMONING haben ihr Handwerk gelernt und mit der Zeit perfektioniert. Von heroisch bis zart werden alle Stimmungen bedient, immer aber mit der ihnen eigenen Larger-than-life-Attitüde.

Dazu kommen Momente, die sich auf „Oath Bound“ schon bewährt haben, nämlich die Chöre. Sie unterstreichen stets an der richtigen Stelle noch einmal die erhabene Stimmung, wobei gekonnt der Fehler vermieden wird, durch eine inflationäre Verwendung eine Entwertung dieses Elements herbeizuführen. Ist es nötig, einzelne Stücke herauszuheben? Das Album hat Hitpotenzial, die Stücke sind auf ihre Art sehr eingängig und eigenständig. Dazu findet sich alles am richtigen Ort. „Flammifer“ ist ein grandioser Opener, „Earthshine“ ein zutiefst emotionales Ende und dazwischen findet sich ebenfalls nur ausgezeichnetes Material. Das sollte reichen.

Ob man nun ein Freund dieses Albums wird, hängt nicht unwesentlich davon ab, ob man sich auf diese erhabene und stets ein wenig kitschige Klangwelt einlassen kann. Für jeden alten Freund von SUMMONING ist diese Frage bereits beantwortet und es ist kaum vorstellbar, dass ein bisheriger Fan mit diesem Album nicht warm wird. Epischer Black Metal der Marke SUMMONING ist ein obskures Nischenwesen, das mit seinem orchestralen Bombast den musikalischen Rahmen klassischen Metals sprengt. Aber vielleicht macht auch das SUMMONING eben so interessant und einzigartig. Da verzeiht man ihnen auch ein bisschen Kitsch.
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